Thursday, February 3, 2011

Stadttheater Gießen, Hoffmanns Erzählungen - Carla Maffioletti als Olympia


„Gesteuert wurde sie von einem altmodischen und heftig blinkenden Computer, auf dessen Bildschirm auch ihr Gesicht zu sehen war. Ihre Arie sang sie auf Französisch. Immer mal wieder zeigte sie viel Bein dabei, wackelte mit dem Po und den Schultern. Richtig sexy. Und dazu noch hervorragender Koloraturgesang. Wenn sie schwächelte, lief auch ihr Gesicht auf dem Bildschirm durch, und ihre Mine verzerrte sich. Auf ihre Melodie setzte sie ein paar gelungene ganz hohe Falsett-Töne drauf, wie ich sie noch nie gehört hatte. Es gab lang anhaltenden und heftigen Applaus, so dass ich schon an ein da capo dachte. Der Applaus hätte das gerechtfertigt. Die Schau war noch nicht vorbei. Als Hoffmann sie verliebt ansang, begann sie zu strippen und stand schließlich in einem hautfarbenen Korsett aus den fünfziger Jahren und in roten Schuhen da. Da dachte man doch an den englischen Film The Red Shoes aus der gleichen Zeit. Dann zerstörte der erboste Coppelius den Computer. Korsett kam nun mit Brautschleier wieder herein und tanzte mit dem begeisterten Hoffmann zum Walzer gar nicht stilgemäß einen Jive. Die Olympia von Gießen war die schauspielerisch beste seit langem, und der Gesang dazu ganz hervorragend” (Gerhart Wiesend 20. März 2010)

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